Karsten Braunes lustige Sammelfiguren, die auf diversen Mobilen daher kommen, landeten in der Gunst der "Freie Presse"-Leser ganz vorn.
Quelle: Freie Presse - www.freiepresse.de - 23.7.2009
Die motorisierten Kerle haben bei "Freie Presse"-Aktion die meisten Stimmen auf sich vereint
Chemnitz. Exakt 2140 Leser der "Freien Presse" haben über den 2009 erstmals ausgelobten Publikumspreis der Heimatzeitung für erzgebirgisches Kunsthandwerk entschieden. Danach machte ganz klar der 43-jährige Karsten Braune mit seinen kugligen motorisierten Schneemännern das Rennen. Der aus Weigmannsdorf bei Freiberg stammende Diplom-Holzgestalter, den die Liebe inzwischen nach Pulsnitz gezogen hat, konnte 264 Stimmen auf sich vereinen. Damit verwies er Björn Köhler aus Eppendorf (211 Stimmen) mit seiner Weihnachtsmann-Band und Christine Blank aus Grünhainichen mit ihrer Dompyramide (205) auf die Plätze. Nur eine Leserstimme weniger erhielt der Walnussbaum von Friedmar Gernegroß aus Dorfchemnitz. 777 Leser stimmten übrigens per Internet ab, 1011 per Brief und 352 gaben ihr Votum auf dem Pressefest ab.
Bereits seit 1995 vergibt der in Olbernhau ansässige Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller jährlich den Preis "Tradition und Form". In diesem Jahr reichten 24 Firmen 26 Arbeiten ein. Eine zehnköpfige Jury aus Designern, Herstellern, Händlern sowie erstmals je einem Vertreter der "Freien Presse" und des Daetz-Centrums Lichtenstein standen vor einer schwierigen Entscheidung.
Das sah auch der Geschäftsführer des Ausrichter-Verbandes, Dieter Uhlmann, so. Er leitete die mehrstündige Jurysitzung, hatte aber selbst kein Stimmrecht. "Wir hatten diesmal deutlich mehr Einsendungen als im Vorjahr, bedingt durch die breite Öffentlichkeit, die wir durch die Mitwirkung der ,Freien Presse' erreicht haben. Zum Zweiten wurde der Kreis der Jury-Mitglieder erweitert. Und zum Dritten hatten es die Preisrichter schwer in der Frage, wie hoch der Neuigkeitswert beziehungsweise der Grad der Weiterentwicklung der eingereichten Produkte war." Das genau diese Frage im Wettbewerb um den Publikumspreis der "Freien Presse" eine untergeordnete Rolle spielte, zeigen die unterschiedlichen Resultate in Leser- und Jury-Wertung.
Dass Karsten Braune mit seinen Kugelmännl-Mobilen bei den Lesern ganz vorn landete, von der Fachjury zum Beispiel nicht bedacht wurde, hat einen einfachen Grund: Die Figur selbst ist nicht neu, für sie erhielt Braune schon im Jahr 2000 einen Designpreis. Neu sind lediglich die Mobile, auf denen die Schneemänner daher kommen. Und das reichte der Jury nicht. Das galt zum Beispiel ebenso für die Weihnachtsmänner von Björn Köhler aus Eppendorf. Auch andere Arbeiten fielen aus diesem Grund durch. Uhlmann bedauerte in diesem Zusammenhang, dass traditionelle Produkte, wie Nussknacker und Räuchermänner, zunehmend weniger Chancen bei diesem Wettbewerb hätten. "Die Jury-Entscheidungen sind aus meiner Sicht etwas designlastig, der Aspekt der Traditionspflege kommt zu kurz", übte Jury-Vorsitzender Helfried Dietel Selbstkritik. Aber auch er hat nur eine Stimme und muss sich der Mehrheit beugen.
Nussknacker etwa wurden 2009 überhaupt nicht eingereicht. Die Räuchermann-Serie der Firma Kleinkunst Müller GmbH Seiffen, konnte zwar vom Handwerklichen her überzeugen, aber auch hier war der Neuigkeitswert zu gering, befand die Jury. Sie vergab in diesem Jahr nur drei Haupt-, dafür aber fünf Sonderpreise.
Von Gabi Thieme